Richtwerte: So viel brauchen typische Anwendungen
Ausschlaggebend ist, was in Ihrem Haushalt gleichzeitig läuft, nicht die Summe über den Tag. Diese Richtwerte nutzt auch unser Rechner. Sie sind bewusst etwas großzügig gerundet; die Anbieter von Streaming- und Videodiensten nennen teils niedrigere Mindestwerte.
| Anwendung | Download Mbit/s | Upload Mbit/s |
|---|---|---|
| Videokonferenz in HD | 4 | 3 |
| Homeoffice: VPN, Cloud, E-Mail | 5 | 2 |
| Streaming in HD | 6 | – |
| Streaming in 4K | 20 | – |
| Online-Gaming | 5 | 1 |
| Surfen, Social Media, Musik | 2 | 0,5 |
| Große Uploads | – | 10 |
Auf die Summe rechnen wir 25 Prozent Reserve, weil die tatsächliche Geschwindigkeit schwankt und Updates im Hintergrund laufen.
Homeoffice: Auf den Upload kommt es an
Für Videokonferenzen, große Anhänge und Dateien in der Cloud ist oft der Upload der Engpass, nicht der Download. DSL-Anschlüsse liefern im Upload meist höchstens 40 Mbit/s, Kabelanschlüsse oft rund 50 Mbit/s. Glasfasertarife bieten je nach Tarif deutlich höhere Uploadraten. Arbeiten mehrere Personen gleichzeitig im Homeoffice oder laden Sie regelmäßig große Dateien hoch, lohnt der Blick auf den Upload-Wert im Tarif.
Was im Vertrag steht
Bei Festnetz-Internettarifen stehen in der Vertragszusammenfassung und im Produktinformationsblatt für Download und Upload drei Werte: die maximale, die normalerweise zur Verfügung stehende und die minimale Geschwindigkeit. Für den Alltag ist der mittlere Wert aussagekräftiger als die beworbene Höchstgeschwindigkeit. Vergleichen Sie Tarife deshalb auch nach diesem Wert.
Zu langsam? Mindern oder kündigen
Weicht die tatsächliche Geschwindigkeit erheblich, dauerhaft oder regelmäßig wiederkehrend von den vertraglich zugesagten Werten ab, dürfen Sie das Entgelt mindern oder den Vertrag ohne Frist kündigen (§ 57 Abs. 4 TKG). Wann eine Abweichung erheblich ist, hat die Bundesnetzagentur festgelegt.
Den Nachweis führen Sie mit der Desktop-App der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur:
- Richtig anschließen. Den Rechner per LAN-Kabel direkt mit dem Router verbinden, andere Geräte möglichst vom Netz nehmen.
- 30 Messungen in 14 Tagen. An drei verschiedenen Kalendertagen je zehn Messungen, alle innerhalb von 14 Tagen; zwischen den Messtagen liegt jeweils mindestens ein Kalendertag.
- Abstände einhalten. Zwischen zwei Messungen mindestens fünf Minuten, zwischen der fünften und sechsten Messung eines Tages mindestens drei Stunden.
- Protokoll sichern. Die App zeigt, ob eine erhebliche Abweichung vorliegt. Mit dem Protokoll wenden Sie sich an Ihren Anbieter; hilft das nicht, gibt es die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur.
WLAN und Router: wo Tempo verloren geht
- Der Arbeitsplatz im Homeoffice hängt am besten per LAN-Kabel am Router; das ist stabiler als WLAN.
- Den Router frei und möglichst zentral aufstellen, nicht im Schrank oder hinter dem Fernseher.
- In großen Wohnungen helfen Mesh-Systeme oder Repeater oft mehr als ein schnellerer Tarif.
- Ältere Router und Geräte unterstützen aktuelle WLAN-Standards wie Wi-Fi 6 oft nicht.